FC Neunburg - HC Forchheim 22:23

Am vergangenen Samstag reisten die HC-Damen als Tabellenführer zum Tabellenvorletzten FC Neuburg vorm Wald. Das klingt zwar auf dem Papier nach einer klaren Sache, aber wenn man die Flippers-Damen in letzter Zeit verfolgt hat, weiß man, dass sie erst zwei Wochen zuvor beim Ligaschlusslicht Amberg beinah unter die Räder gekommen wären und sich extrem schwertat. Daher lautete die Ansage des Trainers erneut, alles in die Waagschale zu werfen und den Gegner trotz des überzeugenden Erfolgs im Hinspiel (37:12) keinesfalls zu unterschätzen.

Doch die ersten Spielminuten verliefen nicht so, wie man sich das vorgenommen hatte. Den Gästen gelang in den ersten zehn Minuten nur ein einziger Treffer, und die Abwehr agierte viel zu zögerlich. Neunburg hingegen spielte befreit auf und ging 7:4 in Führung. Coach Ihrke zückte die Auszeit, um seine Damen wachzurütteln und den Spielfluss des Gegners zu unterbinden. Doch diese führte nicht zum gewünschten Erfolg. Ungenaue Pässe, resultierend aus Unkonzentriertheit, fehlender Einsatzwillen und erneut die Abschlussschwäche waren der Grund für die verdiente 10:6-Halbzeitführung der Heimmannschaft.
In der Pause sprach Ihrke die Fehler an und forderte für die zweite Hälfte mehr Willen und Einsatz. Es schien so, als hätte der Trainer die richtigen Worte gefunden, denn die Flippers-Damen kamen wie verwandelt aus der Kabine und konnten binnen acht Minuten auf ein Tor verkürzen (11:10), was den Heimtrainer zur frühen Auszeit zwang. In der 40. Minute glich der HC Forchheim durch einen sicher verwandelten 7-Meter von Linda Gärtner aus und ging drei Minuten später zum ersten Mal mit 13:14 in Führung. Es entwickelte sich ein ständiger Schlagabtausch und keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Durch eine Umstellung in der HC-Abwehr und schnelles Spiel der Heimmannschaft konnte sich diese wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielen. Coach Ihrke reagierte sofort und nahm die Auszeit. Die Flippers kämpften sich immer wieder auf ein Tor heran, doch der Ausgleich wollte nicht fallen (19:18, 48.) Die Abwehr stand erneut zu offensiv und konnte das Zusammenspiel der gegnerischen Kreisläuferin mit dem Rückraum nicht unterbinden.
Sechs Minuten vor Schluss führten die Gastgeberinnen mit 22:20 und erzielten damit ihren letzten Treffer der Partie. Die verbleibenden Minuten gehörten den HC-Damen. Endlich konnten sie das abrufen, was sie sonst immer so ausgezeichnet hat: das Tempospiel. Hannah Nemeth mit einem Doppelschlag brachte das ersehnte Unentschieden. Torhüterin Pia Siebenhaar parierte den Wurf der Neunburgerin und schickte die Vorgezogene Julia Kohnen auf die Reise, die den 22:23-Siegtreffer erzielen konnte. Neunburg blieb noch eine Minute, um einen Punkt zu gewinnen, doch die HC-Abwehr stand stabil und erneut war es Siebenhaar, die zur Stelle war und den letzten Wurf entschärfen konnte.
Die Freude und Erleichterung der Gäste war groß, auch wenn der Sieg mehr schlecht als recht war. Nächste Woche kommt der Tabellendritte SG Regensburg in die heimische Realschulhalle, denen man im Hinspiel die Punkte überlassen musste. Daher haben die Flippers noch eine Rechnung offen und freuen sich auf zahlreiche Unterstützung von den Rängen. Anpfiff ist zur gewohnten Zeit um 15:30 Uhr.

Es spielten: Heid, Siebenhaar (beide im Tor); H. Nemeth (6), Rothenbücher (1), Gareis (2), Gärtner (2/1), Sauer, Heilmann, Molls (1), Schmitt, Hoffmann (5), Irnstorfer (2), Kohnen (4). jk