HC Forchheim - HSV Hochfranken 25:26

Ein letzter Krimi in der Landesliga ohne Happy End für die Flippers

Ein letztes Mal Landesligahandball bekamen die Forchheimer Zuschauer zum Saisonfinale in der Realschulhalle geboten. Der Abstieg stand für die Gastgeber schon länger fest, aber für den Gegner ging es noch um die Chance, die Abstiegsrelegation zu vermeiden. Mit einem ganzen Reisebus voller Fans aus Selb und Rehau kam der HSV Hochfranken nach Forchheim und trug so zu einem stimmungsvollen Rahmen für den Abgesang der Flippers bei. Insbesondere die Trommlergruppe sorgte mit beeindruckender Ausdauer für einen Schallpegel an der Schmerzgrenze.
Das Verletzungspech der gesamten Saison blieb der Mannschaft von Trainer Gieck mit aller Konsequenz auch für die letzte Begegnung erhalten. Der zuletzt stark auftrumpfende Philipp Opitz verletzte sich im Training und fiel aus. Und die hartnäckige Verletzung von Torwart Matze Müller ließ einen Einsatz auch an diesem Tag nicht zu. Dafür erlebten die Zuschauer ein erfolgreiches Comeback von Linksaußen Yannik Schulz, der nach zwei Knieverletzungen in Folge die gesamte Saison zuvor passen musste.
Die Flippers erwischten einen guten Start und führten nach fünf Minuten mit 3:1. Aber der HSV kam immer besser ins Spiel und konnte sich ab dem 4:4 auf 4:7 absetzen. Die HC-Abwehr bekam keinen richtigen Zugriff auf den Gegner, vor allem gegen die immer gleichen Kreisanspiele fand sie kein Mittel. Aber auch die Schlagwürfe durch die Lücken der zu passiven Abwehr flogen Torwart Reim immer wieder um die Ohren. Fortan liefen die Gastgeber ständig einem Zwei- bis Drei-Tore-Rückstand hinterher bis zum Pausenpfiff beim Stand von 12:15. Auch im zweiten Spielabschnitt wurde es aus HC-Sicht zunächst nicht besser, im Gegenteil. Der Rückstand wuchs schnell auf fünf bis sechs Tore (15:21, 38. Min.), aber die Mannschaft behielt den Kopf oben und hielt weiter dagegen. In der Crunch-Time wurde das Spiel dann zum erwarteten Krimi, leider ohne Happy End für die Flippers. Der HSV wurde zunehmend nervöser, in der 59. Minute hatte sich der HC auf 25:26 herangekämpft. Strafwurf für Forchheim, doch der landet über dem Tor. Fünfzehen Sekunden vor Schluss nochmals Ballbesitz für Forchheim, Trainer Gieck nahm die Auszeit. Aber ein entscheidender Spielzug gelang nicht mehr. Und auch der direkte Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit wurde nicht zum Lucky Punch. Die Gäste feierten frenetisch ihren glücklichen Sieg, bei den Flippers hingen für einen Moment die Köpfe angesichts der nicht belohnten Aufholjagd.
Die Enttäuschung verflog dann aber schnell und bei der anschließenden Abschlussfeier wurde die Saison würdig beendet.
Dem HSV Hochfranken hat der Sieg nicht geholfen, die Relegation folgt. Mit den Flippers steigen auch die beiden Mitaufsteiger aus Stadeln und Marktsteft wieder ab. Das zeigt, wie schwer es ist, sich in dieser Klasse zu halten. Der HC hatte mit Stefan Bauer zwar den überragenden Feldtorschützen der Liga, aber mit 11 Punkten aus 26 Spielen einfach zuwenig Ertrag, um die Klasse zu halten. 10 Punkte Rückstand auf den sicheren Klassenerhalt sind deutlich. Sechs Spieler dieser jungen Mannschaft fielen vor allem durch Verletzung oder beruflich bedingte Abgänge mehr oder weniger die ganze Saison aus, so etwas ist schwer zu kompensieren. Aber die durchaus positive Entwicklung in der Rückrunde macht Mut für die kommende Saison, auch wenn die Mannschaft die eine oder andere Veränderung erfahren wird.
HC Forchheim: Clemens Rein, Frank Albrecht; Julius Sitzmann (1), Yannik Schulz (3), Andi Mückusch, Christian Regelmann (1), Colm Thiel, Hendrik Epp (2), Felix Engel (1), Tobias Radina (5/2), Stefan Bauer (9), Joachim Kist (2), Christian Fürch (1). te